Mediation/Schlichtung mit Mitbestimmung

Die Art und Weise der Zusammenarbeit mit der betrieblichen Mitbestimmung hat deutlich spürbare Auswirkungen auf Qualität, Kosten und Schnelligkeit der Umsetzung unternehmerischer Entscheidungen und auf deren Akzeptanz in der Mitarbeiterschaft. Wo unterschiedliche Positionen oder Interessenlagen bestehen, kann es schnell zu Konflikten kommen.
Wenn ein solcher Konflikt -aus welchen Gründen auch immer- von den beteiligten Parteien nicht mehr sachgerecht gelöst werden kann, sollte über eine neutrale Unterstützung nachgedacht werden. Dieses gilt insbesondere im Arbeitsleben und bei Auseinandersetzungen mit der Mitbestimmung (Betriebsrat, Personalrat), denn in der Regel müssen (und wollen) die Parteien auch in Zukunft zusammenarbeiten.

Zwar kann ein (arbeits-)gerichtliches Verfahren zu einer formalen Beendigung des Konfliktes führen, häufig jedoch bringt dieses keine echte Friedensstiftung, denn die hinter dem Konflikt stehenden Interessen, die in der Regel erst der wahre Auslöser des Streites sind, können vom Gericht rechtlich nicht gewürdigt werden. Außerdem hat ein langwieriger Rechtsstreit mit abschließendem Urteil immer auch Verlierer, was der weiteren Zusammenarbeit im Betrieb nicht förderlich ist.

Wenn

  • Verhandlungen festgefahren sind
  • eine interne Einigung ohne Gesichtsverlust mindestens einer der Parteien nicht mehr möglich ist
  • die Parteien aber auch in Zukunft zusammenarbeiten oder zumindest in Beziehung bleiben müssen
  • und es daher eher um das Finden einer fairen Lösung als ums „Recht bekommen“ gehen muss

bietet sich eine Mediation oder Schlichtung an.

zwei Positionen

ein Ergebnis

Beides sind freiwillige Verfahren zur außergerichtlichen Beilegung eines Konfliktes. Ein unabhängiger Dritter begleitet die Konfliktparteien auf dem Weg zu einer gemeinsamen, ihren jeweiligen Bedürfnissen und Interessen entsprechenden Vereinbarung.

Während der Mediator keine eigenen Entscheidungen trifft, sondern die Eigenverantwortlichkeit beider Konfliktparteien durch seine Gesprächsführung unterstützt, legt der Schlichter den Parteien in der Regel einen konkreten Ergebnisvorschlag vor.

Folgende Punkte sind beiden Vorgehensweisen immanent:

  • Ergebnisoffenheit einschließlich der Bereitschaft der Parteien zur Verhandlung und zum Kompromiss; untrennbar damit verbunden ist die Abschlussfähigkeit der entsandten Vertreter
  • Freiwilligkeit, d.h. niemand darf in das Verfahren gezwungen werden
  • Verschwiegenheit, d.h. außerhalb des Verfahrens darf es von keiner Seite Verlautbarungen geben
  • Allparteilichkeit des Mediators/Schlichters, also die Bereitschaft des Mediators/Schlichters zur Parteilichkeit mit jeder der beteiligten Parteien.

Idealerweise wird mit diesem Vorgehen nicht nur die einvernehmliche und außergerichtliche Lösung des einzelnen Konfliktes erreicht, es besteht auch die Chance, zu einer dauerhaften Verbesserung der Zusammenarbeit zu kommen - und das ohne langwierige Gerichtsverfahren, bei deutlich reduzierten Verfahrens- und Konfliktfolgekosten, einer Schonung der betrieblichen Ressourcen sowie ohne große Öffentlichkeitswirkung.

Wenn Sie in einer solchen Situation gefangen sind oder mehr über dieses Thema erfahren wollen, sprechen Sie mich an.